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Medizinische Perücken nach einer Chemotherapie

Die Diagnose ist ein Schock für den Erkrankten und die gesamte Familie – Krebs. Jährlich erhalten in Deutschland schätzungsweise etwa 300.000 Menschen diese niederschmetternde Diagnose. 
Leider waren Forscher und Ärzte bis heute nicht in der Lage eine 100 Prozent sicherere Heilungsmethode für Krebs zu finden.
Meist wird, besonders bei schweren Fällen, die sogenannte Chemotherapie zur Krebsbehandlung eingesetzt, die allerdings folgenschwere Nebenwirkungen, u.a. auch den Haarausfall, hat. Unter dieser Nebenwirkung, die auch Alopecia Actinica genannt wird, leiden besonders Frauen nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch.

Warum fallen die Haare bei einer Chemotherapie aus?

Eine Chemotherapie ist eine starke Behandlungsmethode, bei der Strahlung eingesetzt wird. Diese wirkt sich leider nicht nur auf Krebszellen, sondern den gesamten Körper aus. Die meisten Medikamente, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden, wirken sich auf sich häufig teilende, schnell wachsende Zellen des menschlichen Körpers aus. Genau zu diesen Zellen gehören auch die Zellen, die für den Haarwuchs verantwortlich sind. Aus diesem Grund fallen vielen, jedoch nicht allen Krebspatienten die Haare aus. Ob die Haare ausfallen, hängt vor allem mit der Dosierung zusammen und welches Medikament bei der Behandlung eingesetzt wird.
Der erste Haarausfall macht sich in der Regel etwa 2 bis 4 Wochen nach Beginn der Behandlung bemerkbar und kann schnell oder weniger schnell voranschreiten. Bei immer weiterem Voranschreiten werden Außenstehende den Verlust der Haare wahrnehmen und das Selbstbewusstsein der betroffenen Person sinkt oft drastisch.

Wann solltest du dich mit dem Thema Haarersatz beschäftigen?

Bei diesem Thema gilt das Motto: Je früher desto besser. Hast du die Diagnose Krebs erhalten, wirst du vermutlich erst einmal schockiert sein und nicht direkt an das Thema Haarausfall denken. Allerdings ist es empfehlenswert sich schnell und zeitnah mit dem Thema Haarersatz zu beschäftigen, denn in vielen Fällen beginnt der Haarausfall nach einer Chemotherapie nach etwa ein bis drei Wochen nach der ersten Behandlung. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass für das Anfertigen einer für dich individuell maßgefertigte Perücke etwa 10 Wochen Zeit einzurechnen sind und diese hast du, wenn der Haarausfall erst einmal beginnt, nicht mehr.
Da besonders viele Krebsmedikamente den Alopecia Actinica zur Folge haben, wird dich dein Arzt wahrscheinlich bereits während der Gespräche über das weitere Vorgehen, darüber informieren. Dies verschafft dir Zeit, dich mit dem Thema medizinische Perücken und Haarausfall aufgrund der Chemotherapie zu beschäftigen und dir Angebote einzuholen. Du solltest dich auch schlaumachen, welche Perückenart für dich geeignet ist und mit welcher du am besten klarkommen kannst.
Je länger du dich mit dem Thema beschäftigen kannst, desto leichter wird dir die richtige Entscheidung fallen.

Welche Rolle spielt eine medizinische Perücke während einer Krebserkrankung?

Für Frauen sind ihre Haare sehr wichtig und es wird viel Zeit und Geld dafür aufgewendet, sie zu pflegen und gut aussehen zu lassen. Durch eine Chemotherapie beginnt der Haarausfall, worunter Frauen in der Regel sehr stark leiden. Diese Leiden sind vor allem psychischer Natur und sind die Haare erst einmal ausgefallen, sinkt die Lebensqualität wegen des Schams rapide. 
Eine medizinische Perücke kann dir helfen diese Lebensqualität zu halten oder zurückzugewinnen, was dir die psychischen Beschwerden nehmen kann. Hast du dieses Problem des Haarausfalls mit Hilfe einer Perücke bekämpft kannst du dank der wiedererlangten Lebensqualität wieder am Leben teilhaben und dich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren. Das gibt dir die Kraft, die du für den Kampf gegen den Krebs brauchen wirst.

Was ist Scalp Cooling?

Scalp Cooling ist eine Therapieform zur Reduzierung von Haarausfall nach einer Chemotherapie. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um die Kühlung der Kopfhaut. Die Kopfhautkühlung soll während der Therapie dafür sorgen, dass die Blutgefäße der Kopfhaut sich verengen und so weniger der wachstumshemmenden Zytostatika durch die Kopfhaut an die Haarfolikel transportiert werden. Des Weiteren soll dadurch der Stoffwechsel lokal verlangsamt und der Haarausfall vermeintlich gemindert werden.
Die Durchführung der Kopfhautkühlung erfolgt in der Regel mithilfe einer Silikonhaube, welche mit Kühlflüssigkeit von circa 4 Grad Celsius durchströmt wird. Viele Patienten empfinden die Therapie als unangenehm und bekommen Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden. Die Kosten der gesamten Scalp Cooling Behandlung liegen in der Regel zwischen 1000 und 2000 Euro. Diese Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Daher lohnt sich die Abwägung, die Zeit des Haarausfalls lieber mit einer Perücke zu überbrücken. Hierfür sollten mindestens die Erfolgsaussichten und der Preis dieser kostspieligen Therapie, der Anschaffung und dem "Erfolg" einer Perücke gegenübergestellt werden.

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